Ev.- Luth. Kirchengemeinde Heiligengeist in Kiel

Aktuelles

„Abendmahl am Krankenbett, Sterbebegleitung und Aussegnung“

Manchmal muss man weit reisen, um das Eigene wieder zu finden.

Als Teil der Gemeinde-Delegation war ich im Oktober letzten Jahres in unserer Partnergemeinde Shokony in Tansania. Ein ganz besonderes Erlebnis war, dass wir zusammen mit Mitgliedern der dortigen Gemeinde eine sterbende junge Frau begleiten und mit ihr das letzte Abendmahl feiern durften. Es war ein tröstlicher Gottesdienst für sie und ihre Angehörigen, aber auch für uns, weil wir dazu beitragen konnten, dass diese Frau nicht alleine sterben musste.

Zurück in Deutschland haben wir natürlich davon berichtet und dann oft gehört: „Schade, dass es das bei uns nicht gibt!“
Aber das gibt es bei uns! Auch hier in Deutschland, auch in unserer Kirchengemeinde gibt es diese Möglichkeit, sie ist nur, wie manch andere Dinge auch, in Vergessenheit geraten. Ich kann zu einer Abendmahlsfeier ans Krankenbett kommen, bin gerne bereit, Sterbende zu begleiten oder Verstorbene noch im Sterbehaus auszusegnen.

Wer durch Krankheit oder Schwäche ans Haus gebunden ist und nicht mehr zum Gottesdienst in die Kirche kommen kann, findet wohl Trost durch den Gottesdienst im Fernsehen oder am Radio. Aber zum Abendmahl „an den Tisch des Herrn“ zu kommen, ist so natürlich nicht möglich.

Deshalb hat die Gemeinde sogenannte „Abendmahlskoffer“, kleine Koffer mit allem, was für eine Abendmahls-Feier nötig ist: Kelch, Oblatenschale, Kerzen, Kreuz. Der Pastor oder die Pastorin braucht dann nur noch Wein und Oblaten einzupacken, um zu Ihnen nach Hause, ins Krankenhaus oder Pflegeheim zu kommen. Ärzteschaft und Pflegedienst sind normalerweise sehr kooperativ, so dass wir eine schöne und tröstliche Feier am Krankenbett mit Ihnen und für Sie gestalten können. Ich möchte noch betonen, dass dieses Angebot nicht nur für Kranke gilt, die schon auf dem letzten Wege sind!

Das Sterben kann ein langer Weg sein, für Sterbende wie für ihre Angehörigen. Es ist wichtig, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen; wir alle sind unsicher, wie dieser Weg bewältigt werden kann. Da tut es gut, geistlichen Beistand in der Nähe zu haben. Die Hospize und die Krankenhausseelsorge leisten hierin hervorragende Arbeit. Aber auch zu Hause soll niemand ohne tröstendes oder ermutigendes Wort und ohne Sakrament Abschied nehmen müssen. Wie die Begleitung im einzelnen vonstatten gehen kann, mit Besuchen, Gesprächen, Liedern, hängt von den Bedürfnissen der Betroffenen ab.

Wenn der Weg dann zu Ende gegangen ist, übernimmt häufig die Bürokratie die Leitung. Der Bestatter muss informiert werden, holt den Verstorbenen / die Verstorbene ab, führt Gespräche, Termine für die Beerdigung müssen mit allen Beteiligten koordiniert werden... so manch einer gerade aus dem engsten Kreis der Angehörigen kommt erst nach der Beerdigung dazu, durchzuatmen, und merkt, dass sie / er sich gar nicht richtig verabschiedet hat. Hier ist es hilfreich zu wissen, dass wir Pastorinnen und Pastoren auch eine Aussegnung abhalten können, verbunden mit einer Möglichkeit, zu beten und in Stille Abschied zu nehmen. Wenn Sie als Angehörige das Bedürfnis haben, den Verstorbenen / die Verstorbene noch einmal segnen zu lassen, darf der erste Anruf auch uns gelten. Zeitnah kommen wir ins Sterbehaus, um Ihnen auch in dieser Situation zur Seite zu stehen.

Sigrun König, Pastorin


« zurück zur Übersicht

Monatsspruch Oktober 2018

HERR, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Psalm 38, 10.

Veranstaltungsorte

Das Gemeindezentrum finden Sie an der Holtenauer Straße 91, direkt neben der Citykirche St. Ansgar.

Der Paulus-Pavillon befindet sich neben der Pauluskirche am Niemannsweg.

Freunde der Kirchenmusik

Werden Sie Mitglied und unter- stützen Sie unsere Kirchenmusik www.kirchenmusik-kiel.de

Diakonisches Werk

www.diakonie-altholstein.de

Tageslosung

18.10.2018

Geh hin, der HERR sei mit dir!

1.Samuel 17,37