Ev.- Luth. Kirchengemeinde Heiligengeist in Kiel

Aktuelles

Aktueller Brief von Pröpstin Almut Witt an die Gemeinden

Viele von uns hat der Anschlag in Halle aufgeschreckt. Er steht in einer Folge von wieder neuen Anfeindungen gegen jüdische Gemeinden nicht nur bei uns im Land, sondern an vielen Orten dieser Welt.

An die Gemeinden in der Propstei Nord des Kirchenkreises Altholstein, liebe Schwestern und Brüder!
„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit Gottes geht auf über dir!“
(Jesaja 60,1)

Viele von uns hat der Anschlag in Halle aufgeschreckt. Er steht in einer Folge von wieder neuen Anfeindungen gegen jüdische Gemeinden nicht nur bei uns im Land, sondern an vielen Orten dieser Welt. Es ist erschreckend, dass wieder Jüdinnen und Juden
Angst haben müssen und Anfeindungen und Bedrohungen erleben. In der Öffentlichkeit sichtbar als Jüdin und Jude erkennbar sein, ist nicht ohne Gefahr möglich. In einer Synagoge Gottes dienste feiern, sich treffen und jüdisches Leben gestalten, ist ohne Polizeischutz oft nicht machbar. Für mich eine nicht hinzunehmende Situation. Ermutigend ist, dass wir gerade in der letzten Zeit auch viel Gemeinsames zwischen jüdischer Gemeinde und christlicher Kirche hier in Kiel erleben konnten: die gemeinsame Suche nach einer neuen Synagoge nun in der Waitzstraße, die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rahmen der „Anne-Frank-Ausstellung“ in der St. Nikolaikirche und die Veranstaltung am Vorabend der Reformation mit Rabbiner Dr. Walter Homolka in der St. Ansgarkirche.

Alles ermutigende Begegnungen. Doch es braucht mehr. Jede und jeder Einzelne kann etwas tun. Angefangen in den persönlichen Gesprächen im Freundeskreis, in der Nachbarschaft und auf der Arbeit. Dort gilt es, allen antisemitischen Reden zu widersprechen. Schon Worte bewirken viel. Weiter ist es wichtig, aufmerksam zu sein in der Nähe der jüdischen Synagogen hier bei uns. Offene Augen und ein mutiges Herz sind auch hier notwendig.

In diesen Tagen erinnern wir uns wieder an die schrecklichen Ereignisse des 9. und 10. Novembers 1938 und damit an die Verfolgung und Vernichtung des jüdischen Volkes durch die Nationalsozialisten. Dies ist und bleibt Teil unserer Geschichte und fordert uns besonders heraus, allen antisemitischen Anfeindungen zu widerstehen und nicht zu schweigen.

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit Gottes geht auf über dir!“, so heißt es in der Losung, während ich diesen Brief schreibe. Eine Ermutigung und eine Aufforderung gleichermaßen.

Ich hoffe, dass Sie und Ihr, dass wir gemeinsam dieses Licht sind und sein können, damit diese Welt durch uns hell wird und bleibt. Wir können dies sein, weil wir gewiss sind, dass Gottes Licht uns leuchtet.

Gottes Segen verbindet uns darin mit den jüdischen Geschwistern – darauf vertraue ich.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Pröpstin Almut Witt

Dieser Brief wird im Gottesdienst am 10. November 2019 vorgelesen


« zurück zur Übersicht

Monatsspruch Nov. 2019

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Hiob 19, 25

Veranstaltungsorte

Das Gemeindezentrum finden Sie an der Holtenauer Straße 91, direkt neben der Citykirche St. Ansgar.
Der Paulus-Pavillon befindet sich neben der Pauluskirche am Niemannsweg.

Unser Spendenkonto

Kirchengemeinde Heiligengeist, Evangelische Bank eG, IBAN DE35 5206 0410 4106 5065 00, BIC GENODEF1EK1.
Bitte Spendenzweck angeben.

Freunde der Kirchenmusik

Werden Sie Mitglied und unter- stützen Sie unsere Kirchenmusik www.kirchenmusik-kiel.de

Diakonisches Werk

www.diakonie-altholstein.de

Tageslosung

22.11.2019

Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen - deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.

Psalm 84,4