Ev.- Luth. Kirchengemeinde Heiligengeist in Kiel

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Aufbruch und Neubeginn

Das Thema „Aufbruch und Neubeginn“ ist ein zutiefst biblisches Motiv. Schon Abraham wurde von Gott in ein Land geschickt, das Gott ihm zeigen wollte. So sollte er ein Segen für viele werden.

Es ist der Beginn der sog. Väter- und Müttergeschichten. Seitdem ist das Gottesvolk immer wieder in Bewegung gewesen. Die Geschichte Abrahams beleuchtet aber auch einen zweiten Aspekt des Aufbruchs. Trennungen und Abschiede gehören dazu, wenn ein Neuanfang gelingen soll. So müssen sich Abraham und sein Neffe Lot trennen: „Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten. Da sprach Abraham zu Lot: Es soll kein Zank sein zwischen mir und dir… denn wir sind Brüder.“ (1. Mose 13,6ff) So trennten sich ihre Wege und beide konnten ihre Leben neugestalten und ausrichten.

Die Geschichten von Neuanfängen, von Gott begleitet oder sogar gewollt, finden sich in der gesamten Bibel. Gott führt die Israelis aus der Gefangenschaft in Ägypten. Warum sie für die relativ kurze Wegstrecke angeblich 40 Jahre brauchten, sei dahingestellt. Sicherlich ist es eine Erzählung von Gottvertrauen. Gelingendes Leben findet da statt, wo sich Menschen ganz auf Gott verlassen und mutig auf seine Weisungen hören. So gibt es weitere Beispiele wie die Rückkehr aus Babylon und den Wiederaufbau des Tempels, oder die Wanderung von Ruth und Naomi. Auch im Neuen Testament begannen die Jünger ein ganz neues Leben, als sie von Jesus aufgefordert wurden, die Netze liegen zu lassen und Menschenfischer zu werden.

Aufbruch und Neuanfang heißt auch, Altes zu lassen. Jesus untermauerte die Berufung in seinen Worten und Forderungen durchaus radikal: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lk 9,62) Wehmütige Blicke zurück, wie wir sie manchmal so gerne machen, hindern an der Neuerung. Die kirchentypische Larmoyanz „früher hatten wir“ oder „das haben wir immer schon so gemacht“ oder auch „das haben wir noch nie so gemacht“ hindern uns daran, Visionen und Utopien, die wir für das Gottesreich haben, umzusetzen. Die Jünger sind aufgebrochen und wurden von Jesus in die Welt geschickt, um die frohe Botschaft zu verkündigen. Denn das Evangelium ist und bleibt die frohe Botschaft, die gute Nachricht. Der Blick zurück hindert am fröhlichen Weitererzählen.

So können wir uns alle von den biblischen Geschichten immer wieder inspirieren lassen. Wir können uns fragen, was Gott in dieser Zeit von uns erwartet und dann mutig losziehen „in das Land, das er uns zeigen wird“. Klaus Peter Hertzsch hat diesen Gedanken in einem Lied wunderbar ausgedrückt (EG 395,3):

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen, die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Pastorin Sigrun König


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Monatsspruch Oktober 2018

HERR, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Psalm 38, 10.

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