Ev.- Luth. Kirchengemeinde Heiligengeist in Kiel

Aktuelles

Zuversicht - eine Passionsandacht

"Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. . . Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin. ...

... Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.
Desgleichen hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein . . . .
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten dienen, denen, die nach Seinem Ratschluss berufen sind."

Römerbrief 8, 18. 24-28

 

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Eine Auseinandersetzung mit dem Leid und mit persönlichen Leiden - wie machen wir das im Glauben?
Wenn man die Zeilen des Paulus liest, dann fällt es schwer, ihm abzunehmen, dass er leidet oder dass er weiß, was er da schreibt.
Wir erleben Menschen, die an unheilbaren Krankheiten leiden - ihre Schmerzen kann man wohl vermindern, aber das Unheilbare vor Augen, das schafft Leiden.
Wir erleben Menschen, die mit der zunehmenden Demenz eines geliebten Angehörigen nicht fertig werden.
Wir hören von einer alten Frau, die jetzt in der Covid-19-Krise ihren sterbenden Mann im Pflegeheim nicht besuchen darf.
Wir hören aus Italien von Ärzt*innen und Pflegekräften, die die vielen Infizierten nicht versorgen können, weil sie keinen Platz mehr haben und selbst am Rande ihrer Kräfte sind.
Ein Blickwechsel: Wir sehen unzählig viele Flüchtlinge im Norden Syriens zwischen den Fronten oder die Flüchtlinge an der griechischen Grenze.
Das sehen wir, davon hören wir.
Dann fällt es schwer, Paulus zuzustimmen, wenn er sagt: Dieser Zeit Leiden fallen nicht ins Gewicht, wenn wir sie vergleichen mit der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Selbst wenn die künftige Herrlichkeit unermesslich groß ist, sind die Leiden dieser Zeit niemals eine Geringfügigkeit.

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Aber wir müssen natürlich genauer hinsehen, um Paulus gerecht zu werden. Die Leiden, die er in seinem Leben zu tragen hatte, sind gewiss nicht gering gewesen. Doch seine Hoffnung auf die künftige Herrlichkeit, auf die Erlösung von allem Leid ist unbändig stark. Wenn er Gegenwart und erhoffte, ja erwartete Zukunft miteinander vergleicht, kann er nur gewinnen,was immer ihm zur Zeit geschehen mag.
Zugegeben, er h a t das Heil noch nicht. Aber er ist erfüllt von H o f f n u n g darauf. Und wenn ein Schlagwort auf Paulus zutrifft, dann dieses: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Dafür nennt er zwei Gründe:
- Gottes Geist hilft unserer Schwachheit auf.
- Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten dient.

- Paulus meint, unser Beten kommt bei Gott an, weil uns der Geist dabei hilft. Er ist der Weg, auf dem Gott uns hört, ja, die Garantie, dass Gott uns hört, wenn wir uns Ihn um etwas bitten. Jesus hat das einfacher so gesagt: Euer Vater im Himmel weiß, was Ihr braucht, ehe ihr Ihn bittet. Beten mit Hoffnung bringt etwas.

- Sie kennen den Satz des Paulus wohl so: dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Ich habe wörtlich übersetzt: zum Guten dienen.

Gott lieben meint, Gottes Liebe annehmen und erwidern. Das tun alle, die es mit Jesus und dem 'verständigen' Schriftgelehrten (Markus 12) halten: Gott lieben ist das Höchste und die Liebe zum Nächsten gleichwertig auch. So eng mit Gott verbunden sein, ist heilvoll. Da Heil nicht steigerbar ist, muss nicht übersetzt werden, alle Dinge dienen uns zum Besten; zum Guten, eben zum Heil. Wir sind verbundent mit der Quelle unseres Lebens und haben Grund zur Zuversicht, dass unser Leben, was immer geschehen mag, bei Gott aufgehoben ist und zum Ziel kommen wird.
In dem Lied Von Gott will ich nicht lassen heißt das so:
Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist.
Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ,
Sein' eingebornen Sohnm, durch den er uns bescheret,
was Leib und Seel ernähret. Lobt Gott im Himmelsthron! Evangel. Gesangbuch 365, 4

 

Gebet
Barmherziger Gott, unser Vater im Himmel,
Du siehst unser ganzes Leben, unsere Freuden und nun auch unsere Sorge um die Ausmaße der Corona-Pandemie und deren Folgen, die wir noch gar nicht überblicken können.
Wir danken Dir für die vielen, die sich jetzt sachkundig und verantwortungsbewusst für die Kranken und von der Pandemie Bedrohten einsetzen, und bitten Dich um Erfolg für ihr Tun - und um ein baldiges Ende dieser Notlage.
Wir bitten Dich für alle politisch Verantwortlichen, dass sie miteinander den Mut aufbringen, das Schicksal der Flüchtlinge an den Grenzen Europas nächstenliebend zu erleichtern.
Bewahre uns vor Angst. Stärke uns die Zuversicht, dass uns nichts, auch diese Krise nicht von Dir und von einander trennen kann. Amen

Wer hat, mag sich die Motette von Johann Sebastian Bach Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf
auf CD oder Schallplatte anhören und sich aus dem Schlusschoral die Zeile besonders merken: nun hilf uns fröhlich und getrost, in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben (gemeint ist: nicht von Dir, Gott, wegtreiben).

Das wünsche ich Ihnen herzlich. Bleiben Sie von Gott gesegnet und behütet!

Jörgen Sontag


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Monatsspruch März 2020

Jesus Christus spricht: Wachet!
Mk 13,37 (L)

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10.04.2020

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Psalm 112,1