Ausstellung 'Flammende Apostel' von Ulrich Lindow
Die Ausstellung „Flammende Apostel“ hat unsere Kirchen wieder verlassen, und wird ab dem 1.7. bis 30.9.2010 im Foyer des Nordelbischen Kirchenamtes, Dänische Str. 21-35, 24103 Kiel zu sehen sein. Die Öffnungszeiten sind Mo.-Fr. 7:00-19:00 Uhr.
Ansprache zur Ausstellungseröffnung am 23. Mai 2010
Propst i.R. Dietrich Heyde, Jübek
Es gibt drei große Feste im Kirchenjahr – Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Weihnachten mit der Geburt des Kindes von Bethlehem ist im Volk verankert. Ostern erfreut sich breiter Akzeptanz. Pfingsten steht demgegenüber von jeher im Schatten der beiden anderen großen Feste. Kein Wunder. Wie will man denn auch fassen, was die Bibel als „Pfingstwunder“ beschreibt – die Ausgießung des Heiligen Geistes? mehr »
Katalog zur Ausstellung - ARS BOREALIS
Edition zur zeitgenössischen Kunst im Norden 25 - ULRICH LINDOW
Vorwort: Die 25. Ausgabe unserer Kunstheftreihe ARS BOREALIS ist dem Bildhauer Ulrich Lindow gewidmet. Er studierte in den siebziger Jahren bei Professor Jan Koblasa an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, wo er anschließend als Lehrer und Gastprofessor tätig war. In seinem Atelier im nordfriesischen Schobüll entstehen Skulpturen aus Holz, Stein und Ton sowie Grafiken, die meist Menschen oder Tiere darstellen.
Ulrich Lindow hat sich über die Gestaltung von Kirchenräumen, ausgewählte Projekte und Symposien zu einem Meister der figurativen sakralen Kunst entwickelt. Er schafft vielschichtig deutbare, expressive Kunstwerke, die über den (materiellen) Werkstoff hinausgehen und eine (immaterielle) geistige Botschaft zum Durchscheinen bringen. Im Dialog mit den oft schroffen, farblich provokanten Figuren setzt sich der Betrachter mit Seins- und Glaubensfragen auseinander und bekommt die Möglichkeit zu Wandlung und Umkehr.
Für ein aktuelles Ausstellungsprojekt der Heiligengeist-Gemeinde in Kiel schuf der Künstler zwölf „Flammende Apostel“, die das biblische Pfingstwunder – die Ausschüttung des Heiligen Geistes – verdeutlichen.
Vom 23 . Mai bis zum 27. Juni 2010 können sich Besucher der Pauluskirche und der Ansgarkirche von der starken Begeisterung der dargestellten Akteure mitreißen lassen, um die positive Kraft in das eigene Leben zu übertragen. Das Ausstellungs- und Katalogprojekt ist sichtbarer Ausdruck einer langjährigen Kunstförderung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und der Sparkassen- Finanzgruppe Schleswig-Holstein. Besonders möchte ich der Nord-Ostsee Sparkasse danken, die sich an dieser Publikation finanziell beteiligte.
Jörg-Dietrich Kamischke Vorsitzender des Stiftungsrates der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein Kiel, im Mai 2010
Katalog ARS BOREALIS zum Download (PDF 4.39 MB)
Flammende Apostel
Ausstellung von Ulrich Lindow in Ansgar- und Pauluskirche vom 23. Mai bis 27. Juni 2010
„Ich stelle mir vor, dass diese Menschen geradezu verstört sind. Da passiert etwas mit ihnen. Ein Sandsturm weht, Feuerzungen kommen vom Himmel, das lässt sie nicht kalt.“
Nachdenklich, mit leiser, melodischer Stimme erzählt der Künstler davon, wie die Apostel Gestalt gewinnen in seiner Vorstellung, diese zwölf Freunde Jesu, die nach seinem Tod und seiner Auferstehung wieder auf sich allein gestellt sind und dann erleben, dass der Geist sie packt und verwandelt. Noch sind sie nicht einzeln zu fassen, entziehen sich seiner Vorstellung wieder, doch man merkt, wie es in ihm arbeitet.
Ulrich Lindow ist Bildhauer, hat bei Jan Koblasa gelernt, an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel gelehrt.
Große Holzskulpturen stammen aus seiner Werkstatt, oft farbenfroh bemalt. Ein Engel, zweieinhalb Meter hoch, gelb und orange verziert, stand vor Jahren in der Adventszeit in der Pauluskirche und faszinierte Kinder wie Erwachsene gleichermaßen, die unter seinem Flügel hindurch schritten. Aus seinem Atelier im nordfriesischen Schobüll ist er nun in die Pauluskirche gekommen, um eine Ausstellung zum Thema „Heiliger Geist“ zu erarbeiten.
Ein neues Thema, vorgegeben durch den Namen dieser Gemeinde, inspiriert durch ihre Kirchräume. Eine Ausstellung, die in der Pauluskirche und in der Ansgarkirche zu sehen sein wird. Viel ist noch nicht zu erzählen von dem, was hier entsteht, doch nimmt man ihm ab, dass er Sympathien empfindet für diese Männer, die in ihren unterschiedlichen Charakteren dieses Ereignis aufnehmen und verarbeiten und sich der Veränderung aussetzen, die von diesem Jesus Christus ausging und im Pfingstwunder Gestalt gewinnt als Kirche. Der Kunstbeirat der Gemeinde freut sich, Ihnen die Ergebnisse der Auseinandersetzung mit diesem Thema präsentieren zu dürfen.
Eröffnet wird die Ausstellung am Pfingstsonntag, den 23. Mai um 11 Uhr in der Pauluskirche. Eine Predigtreihe zur Ausstellung schließt sich an. Die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein gibt ein Heft der Reihe ars borealis als Katalog zur Ausstellung heraus. Die Ausstellung ist bis zum 27. Juni zu sehen zu den Öffnungszeiten der Kirchen: Pauluskirche: Dienstag bis Sonntag 9 bis 17 Uhr. Ansgarkirche: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr.
Pastorin Claudia Bruweleit
Predigtreihe zur Ausstellung
- 23.05.2010 Pfingstsonntag Pauluskirche Eröffnung
der Ausstellung Einweihung des neuen
Gemeindehauses Pn. Bruweleit Predigt lesen - 30.05.2010 Ansgarkirche P. Viertel
- 06.06.2010 Pauluskirche Prof. Dr. Hartmut Rosenau Predigt lesen
- 13.06.2010 Ansgarkirche Propst i.R. Sontag
Predigt lesen - 20.06.2010 Pauluskirche P. Mahler
Ende der Predigtreihe - 27.06.2010 Ansgarkirche Pn. Bruweleit Finissage
Fotos:
Imke Lüders
Kunst kündet vom Glauben - Skulpturenzyklus von Axel Richter
Dauerausstellung in der Pauluskirche am Niemannsweg
Pünktlich zum Jubiläum wurden im Festgottesdienst am 7. Oktober 2007 die sieben Bronze- Skulpturen des Bildhauers Axel Richter zur 'H-Moll-Messe' von J. S. Bach enthüllt die Zwei Gemeinden glieder, die nicht genannt werden wollen, unserer Gemeinde als Dauerleihgabe übergeben. „In Dankbarkeit und in Demut vor der Güte des Herrn möchten wir unser Gotteshaus, den Ort der Verkündigung, den Ort unserer Gebete, gesungener Choräle und des eigenen Musizierens an frohen und an traurigen Tagen mit sieben zeitgenössischen Skulpturen zieren, zum Lob und Preis unseres Herrn und zur Freude der Gemeinde“, erklären sie ihren Schritt.
Axel Richter absolvierte ein Bildhauerstudium an der freien Kunstschule Menzingen bei Freiburg im Breisgau und ist seit 2000 Initiator und Leiter des KunstHaus am Schüberg in Ammersbek bei Hamburg. Ein Charakteristikum seines OEuvres sind die in klare Formen gegossenen und zugleich energiegeladenen Bronzeplastiken, die im wahrsten Sinne des Wortes als Kompositionen anzusprechen sind, da sie wie gleichsam geronnene Musik wirken, die vom Glauben kündet.
Nicht umsonst lässt sich der musikliebende Künstler von bedeutsamen Musikwerken inspirieren; so schuf er bereits eine sechsteilige „Sonate“ nach Beethoven oder den Zyklus „Himmel küsst Erde“ nach der von Schumann vertonten 'Mondnacht' Eichendorffs. Die sieben Skulpturen zur 'H-Moll-Messe’ bilden einen beredt-fassbaren, eigenständig- eigenwilligen Kommentar zu den Abschnitten Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, Agnus Dei und Dona nobis pacem und stellen einen Höhepunkt im Schaffen Richters dar.
Wenn die Plastiken nun in der Pauluskirche ihren Platz finden, dann betonen sie in ihrer Aussage zugleich die hohe Bedeutung, die die Kirchenmusik in der Heiligengeistgemeinde hatte und weiterhin haben wird. Mit knappen Worten hat Axel Richter seinen plastischen Formenzyklus unterschrieben. Formuliert er etwa zum 'Kyrie': „Mitte suchend wird der Verlust des Ursprungs kreisend umschrieben; die Welt wird punktuell berührt“, so heißt es zum anschließenden 'Gloria' (Ehre sei Gott in der Höhe...): „Der Kreis wird aufgegeben. Das Sich-Hineinstrecken in die Raumesrichtungen wird erprobt. Der Raum wird geboren“.
