Ev.- Luth. Kirchengemeinde Heiligengeist in Kiel

Aktuelles

... Aufbruch zu neuen Ufern ...

von Pastorin Sigrun König

Liebe Gemeinde,
nun ist es soweit: Ich schreibe die ersten Zeilen für den Gemeindebrief der Kirchengemeinde Heiligengeist. Ich freue mich sehr, seit dem 15. Juni 2011 Pastorin dieser Gemeinde zu sein.

Es ist ein Aufbruch zu neuen Ufern oder, wie im Falle meiner Söhne (Jöran, 11 Jahre und Täve, 9 Jahre) und mir besser gesagt, ein Aufbruch zum neuen Ufer. Die letzten vier Jahre haben wir in Kiel-Elmschenhagen gewohnt, da ich Pastorin in der Trinitatisgemeinde war.

Weitere Stationen meines beruflichen Lebens waren die Urlauberseelsorge in der Probstei und ein Jahr Vertretungspfarramt in Kiel-Gaarden. Insofern habe ich meine bisherigen Jahre im Kieler Raum auf dem Ostufer verbracht. Für mich macht das eigentlich keinen entscheidenden Unterschied, da schließlich alles Kiel und Umgebung ist. Aber als gebürtige Westfälin mit Wurzeln im Ruhrgebiet, fallen die Nachfragen nach den Besonderheiten zwischen Ost und West (-Ufer) doch auf. Ob es markante Eigenarten der jeweiligen Uferseite gibt, werden wir in den nächsten Monaten gemeinsam herausfinden können. Ich persönlich glaube, dass wir Menschen uns in unseren existentiellen Sorgen und Nöten, vor allem aber auch Freuden letztlich nicht unterscheiden. Gerne komme ich mit Ihnen darüber ins Gespräch.

Um die Kirchengemeinde kennen zu lernen, möchte ich vor allem mit vielen Menschen zusammenkommen und freue mich auf die persönlichen Begegnungen. Meine herzliche Bitte: Kommen Sie mit Fragen, Anregungen, aber auch Kritik auf mich zu. Nur so können wir im Austausch zu einem gelungenen Miteinander beitragen. Als erster Anhaltspunkt für Gespräche kann vielleicht ein Bild dienen, mit dem ich meine Vorstellung einer lebendigen Kirche beschreiben möchte:

Wenn Sie diese Zeilen lesen ist Sommerzeit, Urlaubszeit. Manche bleiben bewusst zu Hause. Für viele ist es die Zeit im Jahr, um auf Reisen zu gehen. Manche bevorzugen einen Aufenthalt im Hotel, andere im Ferienhaus, einige sind mit Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs und nicht zuletzt gibt es diejenigen, die gerne zelten. Jede Art, seinen Urlaub zu verbringen, ist gut für Körper und Geist, wenn er den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Selbstverständlich muss er auch im Rahmen der jeweiligen familiären, gesundheitlichen und finanziellen Möglichkeiten liegen. Das Zelten ist dabei eine Urlaubsform, die meine Söhne und ich gerne praktizieren. Vielleicht kann ich deshalb am Bild des Zeltes besonders gut erklären, wie ich mir lebendige Gemeinde und Kirche vorstelle:

Das Zelt als Bild der Kirche ist das Bild einer beweglichen Kirche, die nicht wartet bis die Menschen zu ihr kommen. Sie ist aufbruchbereit, geht dorthin, wo Gott sie braucht, sucht die Menschen auf. So ist sie auf der Suche nach dem lebendigen Glauben. Ein Zelt ist leicht. Man kann es tragen und mitnehmen. Die Kirche als Zelt ist das Bild einer Kirche ohne großen Ballast.. Es ist auch das Bild einer Kirche, die ganz nah bei den Menschen ist, ohne Berührungsängste oder gar Geheimnisse. Wer zeltet, macht sich angreifbar: Da hört man jeden Ton, riecht und sieht mehr als üblich. Wer zeltet, will nicht in erster Linie seine Ruhe haben und unbeobachtet bleiben. Er will sich aussetzen, Beziehungen eingehen und sich auseinandersetzen. Wer das tut, weiß, dass das Zelt auch seine negativen Seiten hat. Es ist nicht stabil genug, nicht von Dauer. Das Zelt ist ein Zeichen der Vergänglichkeit. Es symbolisiert immerwährenden Abschied und Neubeginn. Dabei sehnt sich der Mensch eigentlich danach, bleiben zu können und eine Heimat zu finden. Das Zelt als Bild für unsere Kirche, vielleicht sogar für unser Leben, ist in dieser Zerrissenheit ein ehrliches Bild. Eine Kirche bzw. eine Kirchengemeinde, die sich diesem Bild verbunden fühlt, weiß um die Notwendigkeit des liebevollen und lebendigen Miteinanders, in dem man sich auch dem anderen gegenüber verletzlich macht, sie weiß aber auch um die eigene Brüchigkeit und Vergänglichkeit. Letztlich haben wir hier keine bleibende Statt. In all diesem ist es ein Bild voller Hoffnung, weil es eine Kirche zeigt, die sich selbst nicht zum Maßstab aller Dinge macht, sondern offen bleibt für den Geist Gottes.

Ihre Sigrun König


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Monatsspruch Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.
1.Tim 4,4

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Tageslosung

19.05.2012

So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.

5.Mose 7,9