Nachruf Joachim Liß Walther

Am 8. März verstarb nach langer Krankheit P.i.R. Joachim Liß-Walther, bis 2008 Gemeindepastor in der Ansgargemeinde und auch danach durch sein vielfältiges Engagement eng mit unserer Kirchengemeinde verbunden.
Am Mittwoch, den 18. März findet im Schleswiger Dom um 10.30 Uhr die Trauerfeier statt.

"Siehe, ich mache alles neu."  

So lautet die biblische Jahreslosung für dieses Jahr 2026. Dieses Wort hat Dorothea Walther über die Todesanzeige ihres Mannes Joachim Liß-Walther gesetzt. Am Sonntagmorgen,  8. März, ist er nach einem langen Leiden friedlich eingeschlafen.

Siehe, ich mache alles neu  -  auch den verstorbenen Joachim Liß-Walther wird Gott ins ewige Leben ´erneuern`. So glauben wir zuversichtlich.

Joachim Liß-Walther, geboren 1949 in Schleswig, studierte nach dem Abitur am Kieler Gymnasium Wellingdorf Erziehungswissenschaften und Soziologie und beendete das Studium 1976 mit dem Magister der Erziehungswissenschaften. Er arbeitete als Bildungsreferent in der Bundesgeschäftsstelle der Evangelischen Schülerarbeit (BK) in  Wuppertal. Seit 1984 studierte er Theologie, war ab 1988 Vikar in Jübek und wurde 1990 zum Pastor ordiniert. Ab 1991 begann er in der Gemeinde Ansgar-Ost.  Er war zunächst mit 100 Prozent Gemeindepastor, ab 1998 mit 50 Prozent; die andere Hälfte seiner Tätigkeit galt der neu geschaffenen Stelle eines Stadtpastors. In dieser Funktion initiierte er im Kirchenkreis u.a. die zentralen ökumenischen Gottesdienste zur Reichspogromnacht (9. November 1938), am Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) und den Ökumenischen Pfingstmontagsgottesdienst. Sie werden zum Teil bis heute in der Ansgarkirche gefeiert. Auch die große Ausstellung „Kirche - Christen - Juden“  2002 fand in der Ansgarkirche statt.

2003 gab er mit der Kirchenvorsteherin Helma Dombrowsky die Festschrift zum einhundertjährigen Jubiläum der Ansgar-Gemeinde  „.  .  .  und Ansgar lächelt“ heraus! Viele Verfasserinnen und Verfasser haben daran mitgewirkt. Sie ist eine lesenswerte Beschreibung des Lebens unserer Gemeinde. Er unternahm mit Gemeindegliedern und Interessierten zahlreiche Studienreisen nach Prag und engagierte sich sehr in der Tansania-Partnerschaft - mit einer Gruppe aus der Ansgargemeinde besuchte er mehrmals die Partnergemeinde Lole/Tansania.

Ein Schwerpunkt seines Wirkens wurde seine Mitarbeit in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein. Seit 1995 bis 2025 leitete er sie neben einer jüdischen und einem katholischen Vorsitzenden als evangelischer Vorsitzender. 

 Ab 2004 arbeitete er mit der zweiten halben Stelle in der Heiligengeistgemeinde (Pauluskirche). Er wirkte 2008 engagiert bei der Vereinigung der beiden Gemeinden zur Kirchengemeinde Heiligengeist mit, nachdem er schon 1996 die Fusion der drei Ansgargemeinden begleitet hatte.

2008 ging er als theologischer Studienleiter ins Akademiezentrum Sankelmark bei Flensburg, dort trat er 2012 in den Ruhestand.

Aber Ruhestand war es nicht, was dann folgte. Seine Zeit und Kraft widmete Joachim Liß-Walther der christlich-jüdischen Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein. Unermüdlich gab er seine Erfahrungen und Einsichten in Vorträgen, in Gesprächsgruppen und oft am Klavier weiter. Ziel war ihm ein kundigeres und verständnisvolleres Miteinander mit den jüdischen Mitbürgern in unserem Lande. Diesem Wirken hat nun seine Krankheit ein  Ende bereitet. In seinem rastlosen Einsatz und seiner beeindruckenden Sachkunde wird er fehlen.

In der Gemeinde erinnern sich viele an sein Wirken. Er war offen, zugewandt und bemüht um gegenseitiges Verständnis, selbst wenn er anderer Meinung war. Nicht vergessen ist die Reise nach Israel unter seiner Leitung und 1999 die erfolgreichen Bemühungen um den Kiel-Hain, der im Negev/ Israel im Wald der deutschen Wälder gepflanzt worden ist. Auch seine zahlreichen Vorträge und Konzerte bleiben in Erinnerung, zumal seine Wiederentdeckungen tschechischer und jüdischer Komponisten.